Stoppt die Abholzung – Klimaschutz jetzt!

Gemeinsame Presseerklärung von Ingrid Jaschke, Fraktionsvorsitzende B 90/DIE GRÜNEN und Ariane Zuber, Vorsitzende BN Ortsgruppe Gröbenzell

Die massiven Abholzungen bis Ende Februar am Alten Bahndamm entlang der August-Exter-Straße, aber auch an Amper und Amperkanal sowie an der Roggensteiner Straße Richtung Emmering sind bei vielen Bürgerinnen und Bürgern auf großes Unverständnis gestoßen. Insbesondere Kahlschläge wie am Alten Bahndamm werden in Zeiten der Klimakrise heftig kritisiert.

Offenbar wurde die Rodung am Alten Bahndamm in Olching in enger Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde durchgeführt. Seitens der Behörde wurde auf Nachfragen erklärt, die Fällungen seien aufgrund des Eschentriebsterbens sowie im Zuge der Herstellung eines Biotops als artenreicher Magerrasen notwendig gewesen. Seitens der Deutschen Bahn, Eigentümerin des Alten Bahndamms, wurde bestätigt, dass die Fällungen im Rahmen der Durchführung einer Ausgleichsmaßnahme für den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Fürstenfeldbruck-Buchenau erfolgten.

Ariane Zuber, Vorsitzende der Gröbenzeller Ortsgruppe des Bund Naturschutz, moniert: „Hier das Eschentriebsterben für die Totalabholzung heranzuziehen kann nicht angehen, denn auf dem betroffenen Abschnitt des Alten Bahndamms wuchsen überwiegend Ahorn und Buchen, Eschen kamen hier überhaupt nicht vor“. Eine Beobachtung, die von Anwohner*innen und Kennern des Gebiets mehrfach bestätigt wird.

„Die Entwicklung eines blütenreichen Magerrasens an sich ist nicht zu bemängeln, jedoch ist die Totalabholzung eines seit Jahrzehnten eingewachsenen Baumbestands mit entsprechender Fauna und Flora damit nicht zu rechtfertigen. Mit einem Kahlschlag wird die Lebensgrundlage für diese Lebensgemeinschaft abrupt vernichtet“ gibt Ingrid Jaschke, Kreis- und Stadträtin zu bedenken. „Das Mittel der Wahl wäre eine behutsame – also schrittweise – Schaffung von freien Lichtungen. Dort könnte die initiale Entwicklung eines Magerrasens mit der dazugehörigen Fauna stattfinden und gleichzeitig wäre der aktuelle Lebensraum noch in Teilen verfügbar. Die Organismen hätten somit die Chance, sich in ihrem Verhalten den sich allmählich veränderten Lebensraumbedingungen entsprechend neue geeignete Lebensräume zu suchen“ sind sich Ingrid Jaschke und Ariane Zuber einig.

Auch im Naturschutz müssen in Zeiten eines rasanten Artensterbens die Strategien angepasst werden. Eine Vernichtung von intakten Lebensräumen – und hier insbesondere von CO2-speichernden Wäldern und waldähnlichen Strukturen – ist auch mit der Absicht, anderweitige Biotope zu schaffen, nicht mehr zeitgemäß und völlig unangemessen.

Das Foto wurde vor der aktuellen Kontaktsperre aufgenommen!

Verwandte Artikel