{"id":179,"date":"2009-07-31T17:11:29","date_gmt":"2009-07-31T16:11:29","guid":{"rendered":"http:\/\/gruene-olching.de\/blog\/?p=179"},"modified":"2009-07-31T18:24:13","modified_gmt":"2009-07-31T17:24:13","slug":"veranstaltungsruckblickpressemitteilung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gruene-olching.de\/blog\/?p=179","title":{"rendered":"Veranstaltungsr\u00fcckblick\/Pressemitteilung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gesundheitspolitik &#8211; bleibt der Patient auf der Strecke?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Dr. Monika Baumann <\/strong><\/p>\n<p>Dr. Baumann erl\u00e4uterte zun\u00e4chst die Zusammenh\u00e4nge zwischen alternder Gesellschaft und der Kostenentwicklung im Gesundheitswesen: die h\u00f6chsten Kosten verursacht die Altersgruppe der 65- bis 85-J\u00e4hrigen, gefolgt von den 45- bis 65-J\u00e4hrigen. Im Jahr 2006 wurden in Deutschland je EinwohnerIn \u00a02.870,- Euro an Krankheitskosten ausgegeben. <!--more-->Von den Gesamtkosten entfallen je circa 15 Prozent auf Arztpraxen und Apotheken, 36 Prozent auf station\u00e4re\/teilstation\u00e4re Einrichtungen, 26 Prozent auf Krankenh\u00e4user und knapp 6 Prozent auf die Verwaltung (2007). Das Gesundheitswesen ist in Deutschland der Sektor mir der st\u00e4rksten Wirtschaftskraft. In diesem Jahr werden rund 168 Milliarden Euro aus dem Gesundheitsfond verteilt.<\/p>\n<p>Seit Jahren versucht die Politik, die steigenden Krankheitskosten in den Griff zu bekommen. 2004 wurde beispielsweise die Praxisgeb\u00fchr eingef\u00fchrt, die allerdings nicht zu dem erwarteten Ergebnis f\u00fchrte. Anstelle einer Verminderung der Arztbesuche stiegen die Arztkontakte seither pro PatientIn und Jahr auf durchschnittlich 18 an. Weiter f\u00fchrte Dr. Baumann aus, dass die Einf\u00fchrung der Fallpauschalen bei der Behandlung im Krankenhaus zu f\u00fcr den Patienten oft nicht zutr\u00e4glichen kurzen Liegezeiten und massiven Einschr\u00e4nkungen bei der Nachsorge f\u00fchrte\u2013 insbesondere bei kompliziertem Verlauf und bei Patienten mit mehreren Erkrankungen, sowie Personal- und Bettenabbau inklusive Klinikschlie\u00dfungen. Trotz andauernden Bettenabbaus nimmt die Bettenauslastung kontinuierlich ab und die Wege f\u00fcr die Patienten zum n\u00e4chsten Krankenhaus werden insbesondere in l\u00e4ndlichen Regionen immer weiter. Steigende Zuzahlungen und Leistungseinschr\u00e4nkungen h\u00f6hlen das Solidarprinzip, nachdem jedem Menschen unabh\u00e4ngig vom Geldbeutel die medizinisch notwendige Versorgung zuteil wird, immer st\u00e4rker aus.<\/p>\n<p>Durch die Regelungen des Gesundheitsfonds, der vom neu geschaffenen Bundesversicherungsamt verwaltet wird und in den neben den Beitr\u00e4gen der in den gesetzlichen Kassen Versicherten auch Steuermittel einflie\u00dfen, bekommen die gesetzlichen Krankenkassen eine Grundpauschale pro Mitglied zugewiesen. Diese Grundpauschale wird mit Abschl\u00e4gen f\u00fcr junge und\/oder gesunde Mitglieder versehen, w\u00e4hrend bestimmte Krankheiten und chronische Erkrankungen Aufschl\u00e4ge verursachen. Dieser morbidit\u00e4tsorientierte Risikostrukturausgleich f\u00fchrt dazu, dass die Kassen nunmehr daran interessiert sind, m\u00f6glichst viele Mitglieder mit den entsprechenden Diagnosen aufzuweisen, um entsprechend h\u00f6here Zuweisungen aus dem Gesundheitsfond zu erhalten. Pr\u00e4vention und Gesundheitsf\u00f6rderung spielen in diesem System keine Rolle. Verglichen mit dem abgel\u00f6sten System verursacht der Gesundheitsfond einen erheblich gr\u00f6\u00dferen b\u00fcrokratischen Aufwand.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich benannte Dr. Baumann die Ziele der GR\u00dcNEN: die Sicherstellung einer medizinisch notwendigen Versorgung f\u00fcr alle Menschen \u2013 unabh\u00e4ngig von Einkommen, Geschlecht, Herkunft, sozialer Lage und Wohnort. Gesundheitsf\u00f6rderung und Pr\u00e4vention soll bereits in fr\u00fcher Kindheit einsetzen und gef\u00f6rdert werden. Finanziert werden soll das Gesundheitssystem durch eine B\u00fcrgerversicherung, in die alle gem\u00e4\u00df ihrer tats\u00e4chlichen Leistungsf\u00e4higkeit, also unter Ber\u00fccksichtigung aller Eink\u00fcnfte, einbezahlen. Es ist nicht einzusehen, dass ganze Berufsgruppen und Besserverdienende aus der Solidarit\u00e4t mit den gesetzlich Versicherten entlassen sind.<\/p>\n<p><!--[if gte mso 9]&amp;amp;gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   --><!--[if gte mso 9]&amp;amp;gt;     --> <!--  \/* Style Definitions *\/  p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal \t{mso-style-parent:\"\"; \tmargin:0cm; \tmargin-bottom:.0001pt; \tmso-pagination:widow-orphan; \tfont-size:12.0pt; \tfont-family:\"Times New Roman\"; \tmso-fareast-font-family:\"Times New Roman\";} @page Section1 \t{size:612.0pt 792.0pt; \tmargin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt; \tmso-header-margin:36.0pt; \tmso-footer-margin:36.0pt; \tmso-paper-source:0;} div.Section1 \t{page:Section1;} --> <!--[if gte mso 10]&amp;amp;gt;   \/* Style Definitions *\/  table.MsoNormalTable \t{mso-style-name:\"Normale Tabelle\"; \tmso-tstyle-rowband-size:0; \tmso-tstyle-colband-size:0; \tmso-style-noshow:yes; \tmso-style-parent:\"\"; \tmso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; \tmso-para-margin:0cm; \tmso-para-margin-bottom:.0001pt; \tmso-pagination:widow-orphan; \tfont-size:10.0pt; \tfont-family:\"Times New Roman\"; \tmso-ansi-language:#0400; \tmso-fareast-language:#0400; \tmso-bidi-language:#0400;}  --><\/p>\n<p>In der anschlie\u00dfenden Diskussion wurde von anwesenden niedergelassenen \u00c4rzten kritisiert, dass die k\u00fcrzlich erfolgte vorl\u00e4ufige Abrechnung des ersten Quartals 2009 kein realistisches Bild abgebe. Um den zu erwartenden Einbruch der Einnahmen kurz vor der Bundestagswahl abzuwenden, wurden Zusch\u00fcsse ausgereicht, mit denen k\u00fcnftig nicht mehr gerechnet werden kann. Demnach w\u00fcrden die Auswirkungen der letzten Stufe der Gesundheitsreform in Form von drastischen Einkommensverlusten f\u00fcr viele Facharztbereiche erst im Herbst voll durchschlagen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gesundheitspolitik &#8211; bleibt der Patient auf der Strecke? 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